Grimme-Preis an
Julia Ocker (Buch/Regie)
Produktion: Studio FILM BILDER
Erstausstrahlung: KiKA, Samstag, 06.04.2018, 18.15 Uhr
Sendelänge: 4 Min.
Inhalt
Die Animationsserie „Animanimals“ von Julia Ocker präsentiert in kurzen, vierminütigen Episoden wechselnde Tiere, die stets ein kleines Abenteuer erleben oder vor einer kleinen, teils absurden Herausforderung stehen. Jede Folge beinhaltet ein Problem, welches sich so nur eben jenes, in der Folge porträtierte Tier stellen kann. So gerät beispielsweise dem Zebra nach einer Kollision mit einem Baum sein Streifenmuster durcheinander, und es kämpft vergeblich darum, die ursprüngliche Ordnung im eigenen Fell wiederherzustellen. In weiteren Folgen schafft es der Löwe auf Grund mangelnder Fitness nicht, die Gazelle zu jagen, oder der kuchenbackende Oktopus plagt sich mit seinem widerspenstigen achten Arm herum, der nicht so will, wie es sein Kopf und die anderen sieben Arme wollen.
In diesem kindadressierten Format lernen die Tiere auf ihrer Suche nach einer Lösung für die jeweilige Herausforderung meistens eine kleine Lektion über das Leben. Auf ihrem Weg dorthin erwarten sie jedoch einige meist unerwartete, für die Zuschauer*innen allerdings immer lustige Überraschungen. So können die Kinder die Tiere gebannt auf ihren aufregenden, witzigen und kurzweiligen Reisen verfolgen, dabei einerseits lachen, andererseits jedoch auch noch eine Kleinigkeit lernen.
Stab
Buch: Julia Ocker
Regie: Julia Ocker
Design: Julia Ocker, Kiana Naghshineh, Christoph Horch, Paul Cichon
Technical Director: Ralf Bohde
Animatic: Elena Walf
Animation: Julia Ocker, Urte Zintler, Ina Gabriel
Sound Design/Musik: Christian Heck, Sumophonic
Produzent: Thomas Meyer-Hermann
Redaktion: Benjamin Manns (SWR), Stefan Pfäffle (KiKA), Anne-Kathrin Becker (KiKA)
Gesamtleitung KiKA: Sebastian Debertin
Produktionsleiterin: Bianca Just
Jurybegründung
Die „Animanimals“ bestechen durch eine liebevolle, hochwertige Animation, die durch ihr starkes Augenmerk auf Details eine einzigartige Ästhetik erreicht. Auch das Ton- und Musikdesign sind äußerst pointiert und runden das großartige Gesamtbild ab. Die Autorin schafft es in jeder Folge eine für sich stehende, in sich schlüssige und äußerst unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Durch die spezifischen Eigenschaften der Tiere, die sie sich clever zu Nutze macht, hat jede einzelne Geschichte ihren eigenen Humor und Charme.
Häufig überraschen unerwartete inhaltliche Twists, die einfach zu verstehen, aber genial im Prinzip sind und „Animanimals“ so seine Spannung und Kurzweile verleihen. Auf diese Weise fügt sich ein herausragendes Unterhaltungsformat für die jüngste Zielgruppe zusammen.
Wenngleich auch diese ein Recht auf Entertainment hat, würde man Julia Ocker nicht gerecht werden, wenn man ihre Serie nur dafür auszeichnen würde.
Aus einem großen Teil aller Folgen kann eine Lektion für das eigene Leben gezogen und so die von den Tieren stellvertretend gemachten Erfahrungen mitgenommen werden. Die Serie vermittelt auf spielerische Art und Weise positive Wertvorstellungen, beispielsweise im Umgang mit Diversität. So trifft das eingangs beschriebene Zebra nach dem vergeblichen Versuch, das ursprüngliche Streifenmuster im eigenen Fell wiederherzustellen, auf zwei Artgenossen, die von dem neuen Muster begeistert sind und ihm für seine Andersartigkeit zujubeln. Eine solche Botschaft findet sich bei genauem Hinsehen in nahezu jeder Folge.
Der pädagogische Aspekt des Formates wird äußerst subtil vermittelt und kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus, was die besondere Stärke von „Animanimals“ ausmacht. Das alles passiert auf eine unaufdringliche, nette und unaufgeregte Art und Weise, die sich zu einem gelungenen Gesamtkonzept zusammenfügt. „Animanimals“ ist ein herausragendes Beispiel für hochwertiges, innovatives und mutiges Kinderfernsehen, das sich von der breiten Masse absetzt. Eben jener Mut zur Innovation im nach wie vor relativ klassisch-geprägten Kinderfernsehen ist es, der -neben der unverkennbaren inhaltlichen Stärke- von der Jury mit dieser Preisvergabe gewürdigt wird.